USA: Arbeiterklasse gegen Repression und Rassismus

Während der Trump-Präsidentschaft wandten sich die US-Gewerkschaften zunächst nur symbolisch gegen den Aufstieg des Autoritarismus. Mit der Zeit handelten sie entschlossener. Wo Gewerkschaftsmitglieder am Arbeitsplatz aktiv wurden, gelang es, die Entwicklung in Richtung Autoritarismus zu bremsen und mitunter Erfolge zu erzielen.

USA. Arbeiter gegen Rechts

Während der Trump-Präsidentschaft wandten sich die US-Gewerkschaften zunächst nur symbolisch gegen den Aufstieg des Autoritarismus. Mit der Zeit handelten sie entschlossener. Wo Gewerkschaftsmitglieder am Arbeitsplatz aktiv wurden, gelang es, die Entwicklung in Richtung Autoritarismus zu bremsen und mitunter bedeutende Erfolge zu erzielen.

Der gewerkschaftliche Organisationgrad in den USA betrug 2016 nur 10,7%. Er war 50 Jahre lang gesunken, so wie das Arbeitereinkommen. Donald Trump versprach »Make America Great Again« durch strikte Einwanderungspolitik, harte Handelspolitik und die Stärkung von Polizei und Militär. Er gewann die Mehrheit im mittleren Westen, einst Gewerkschaftshochburg, und wurde Präsident. 52% der weißen Gewerkschaftsmitglieder stimmten für ihn.

Donald Trump, setzte eine rassistische, kapitalistische Politik um
Einmal im Amt begann Trump rasch seine autoritäre Politik umzusetzen, vor allem gegen Migrant:innen und Muslime. Als Millionen von Menschen dagegen protestierten, boten die US-Gewerkschaften symbolische Unterstützung an. Die Trump-Regierung erließ Schlag auf Schlag Verordnungen, die die Rechte von Menschen aus der Arbeiterklasse untergraben. Doch keine große Gewerkschaft reagierte darauf mit Arbeitskämpfen.

Die Lehrer*innen weisen den Weg zur Organisierung

Der erste massive Arbeiterwiderstand begann im Februar 2018 in West Virginia, wo Trump mit 42% Vorsprung gewonnen hatte. In den USA erleben Lehrer:innen seit Jahren sinkende Reallöhne und Austerität.

Wie so?

In West Virginia lagen ihre Gehälter auf Platz 48 der 50 Bundesstaaten und für öffentliche Beschäftigte gilt Streikverbot.

Lehrer von West Viriginia weisen den Weg zur Organisierung
Als jedoch die Bildungsbehörde von ihnen verlangte, einer Lohnsenkung zuzustimmen, zwangen die Lehrkräfte ihre Gewerkschaften zu Streikabstimmungen. Der Gouverneur und der Generalstaatsanwalt drohten mit Strafverfolgung. Nachdem alle 55 Landkreise West Virginias für den Streik stimmten, verzichtete die Regierung auf die Kriminalisierung. Nach drei Wochen Streik erzielten die Lehrer:innen eine Lohnerhöhung von fünf Prozent. Danach streikten auch die Lehrkräfte in Oklahoma und Arizona mit Erfolg.

Systemrelevant oder zum Tod verurteilt?

Im Sommer 2020 verzeichneten die USA die höchsten Covid-19-Infektions- und Todeszahlen der Welt. Systemrelevante Arbeiter:innen – darunter sehr viele Migrant:innen, Schwarze und People of Color – mussten weiterarbeiten, oft ohne angemessene Schutzausrüstung oder Entlohnung.

Systemrelevante Arbeiter organisieren sich gegen Trumps Politik
Allein von März bis Ende Mai 2020 kam es zu mehr als 260 Streiks, um Covid-19-Schutzmaßnahmen zu fordern. Es waren überwiegend von den Arbeiter:innen selbst organisierte Streiks. Angesichts der lebensbedrohlichen Situation unterstützten die Gewerkschaften diese jedoch häufig.

Antirassistischer Kampf = Ein Klassenaufstand!

Am 25. Mai 2020 ermordeten Polizeibeamte in Minnesota den unbewaffneten Schwarzen George Floyd. Der Mord wurde gefilmt und ging online. Es kam zu riesigen Protesten gegen Rassismus und Polizeigewalt. Es war ein von Schwarzen angeführter Klassenaufstand.

 

Der Gewerkschaftsdachverband AFL-CIO erklärte seine Unterstützung für Black Lives Matter. Aber erst mit der Zeit wurden Einzelgewerkschaften aktiv. Am 19. Juni (Feiertag zur Erinnerung an das Ende der Sklaverei) bestreikte die Hafenarbeitergewerkschaft ILWU für die Dauer einer Acht-Stunden-Schicht alle 29 Häfen der Pazifikküste.

Black Lives Matter - eine Bewegung gegen das System
Im Juli organisierte ein Gewerkschaftsbündnis zusammen mit Black Lives Matter den Strike for Black Lives am 20. Juli 2020. Die Gewerkschaften organisierten Demonstrationen in Hunderten von Arbeitsstätten, bei denen die Beschäftigten auf die Knie gingen, eine Schweigeminute hielten oder für acht Minuten und 46 Sekunden (die Dauer von Floyds Todeskampf) den Arbeitsplatz verließen.

Die Aktion war weitgehend symbolisch, doch im Großmaßstab Aktionen am Arbeitsplatz zu organisieren, war für die US-Gewerkschaften ein Novum. Sie hatten bis dahin auf einer klaren Trennung von Arbeitskampf und politischer Aktion bestanden.

Mit der aktuellen Inflationskrise, entsteht ein neues Terrain für die Organisierung der Arbeiter*innen, die wieder einmal am stärksten von der neoliberalen Politik und ihren Auswirkungen auf die Arbeitslosigkeit betroffen sind.

 

 

Nutzen und Weitergeben!

Erzählung: Dario Azzellini, Grafik: Carina Crenshaw

Dies ist ein visuelles Storytelling inspiriert vom Artikel "Gewerkschaften gegen Trumps Autoritarismus" von Patrick Young, der in dem Sammelband "Mehr als Arbeitskampf! Arbeiterinnen und Arbeiter weltweit gegen Autoritarismus, Faschismus und Diktatur (externer Link, öffnet neues Fenster)" von Dario Azzellini veröffentlicht wurde.

Diese visuelle Erzählung wird unter den Bedingungen der Creative Commons Lizenz CC BY 4.0 (externer Link, öffnet neues Fenster)veröffentlicht! Teile, nutze oder adaptiere diese grafische Erzählung für deine Bildungsarbeit. Vergiss nicht es weiter unter den gleichen Bedingungen zu nutzen und dabei LINX und die Autor*innen zu erwähnen!

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