Migration hat Deutschlands Geschichte stark geprägt. Wir werfen einen Blick auf die Geschichte der Einwanderung ab dem Jahr 1945 – und beleuchten Herausforderungen und Kämpfe von Migrant*innen, sowie ihre unwiderrufliche Prägung der deutschen Gesellschaft.
Schon immer haben Ein- und Auswanderungsbewegungen die Gesellschaft im heutigen Deutschland verändert. Ende des 19. Jahrhundert sind viele Menschen aus Deutschland aufgrund von Verfolgung und Armut ausgewandert. Auch Einwanderung spielt eine große Rolle: Im 20. Jahrhundert zählte Deutschland – nach den USA – zu den führenden Einwanderungsländern weltweit. Die Gründe waren vielfältig: Die Menschen kamen als Arbeitsmigrant*innen, Geflüchtete, Vertriebene oder als „deutsche Aussiedler*innen“: Ihre Ausgangslagen unterschieden sich – doch gemeinsam ist ihnen, dass sie mit der Hoffnung auf ein besseres Leben kamen und um ihren Platz kämpfen mussten. Migration ist ein unwiderruflicher Teil deutscher Geschichte. Dieser Zeitstrahl soll diese Geschichte sichtbar machen und ihre Vielfältigkeit ins Bewusstsein rufen.
Wir nutzen in diesem Beitrag Begrifflichkeiten, die in der Debatte sehr geläufig sind, aber nicht immer Selbstbezeichnungen sind. Inhaltlich möchte der Zeitstrahl überblicksartig folgende Fragen in den Fokus stellen:
1. Wodurch zeichnet sich die Einwanderungsphase aus?
2. Was waren Herausforderungen und Kämpfe der eingewanderten Gruppen?
Die unten aufgelisteten Quellen können zur weiteren Recherche genutzt werden.
Schon im Kaiserreich ab 1871 wurden „Ausländer“ systematisch gegenüber „Deutschen“ abgewertet. Es wurde unterschieden, welche Einwanderungsgruppen als „nützlich“ galten – eine Einteilung, die heute genauso relevant bleibt. Antisemitismus, Antiz*ganismus und andere Unterdrückungsformen sind ebenfalls Teil dieser Geschichte.
Diese Idee der „Volksgemeinschaft“ überdauerte verschiedene politische Systeme – vom Kaiserreich über die Weimarer Republik und den Nationalsozialismus bis in die Nachkriegszeit. 1945 wird in Deutschland gern als „Stunde Null“ begriffen – ein radikaler Neuanfang, bei dem vermeintlich mit den Ideen und Politiken des Nationalsozialismus komplett gebrochen wird. Doch die politische Grundlage für Rassismus und Ausbeutung bleibt.
Die Bildungsmaterialien Migration zeigen, wie Europas Grenzen funktionieren, wer daran beteiligt ist und wie Menschen sich dagegen wehren. Sie erklären, was Migration und Flucht bedeuten, und erzählen die Geschichte der Einwanderung nach Deutschland. Sie zeigen, wie migrantische Bewegungen unsere Gesellschaft geprägt haben – und wie wir uns heute für eine offene und solidarische Gesellschaft der Vielen einsetzen können.
Beitrag von Lina Urbat und Alina Kopp. Online Redaktion von Alina Kopp.
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Die "Gesellschaft der Vielen" sieht Migration als den Ausgangspunkt unserer Gesellschaft. Menschen mit unterschiedlichen Geschichten leben zusammen, kämpfen gemeinsam für gleiche Rechte und gestalten das Zusammenleben. Die Gesellschaft der Vielen ist deshalb beides: eine Vision für eine gerechtere Zukunft – und eine Realität, die wir schon heute erleben.
Ob „No Border, No Nation – Stop Deportation!“ oder „Hanau war kein Einzelfall“ – Demosprüche sind mehr als nur laute Worte. Sie sind Kampfansagen gegen Rassismus, gegen staatliche Gewalt, gegen das EU-Grenzregime. Sie stehen für eine ‘Gesellschaft der Vielen’ – für Solidarität, Gerechtigkeit und das Recht sich frei zu Bewegen.
Mit diesem Quiz findest du heraus, welcher Aktionstyp in dir steckt – und welche Formen des Protests und Engagements zu dir passen. Neben den klassischen Protestformen wie Großdemo, Kundgebung oder Flyer verteilen, gibt es viele weitere Möglichkeiten in der ‘Gesellschaft der Vielen’ aktiv zu werden: kreativ, solidarisch, historisch, digital oder ganz praktisch im Alltag.
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