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August
2025

Zeitstrahl: Geschichte der Einwanderung in Deutschland nach 1945

Migration hat Deutschlands Geschichte stark geprägt. Wir werfen einen Blick auf die Geschichte der Einwanderung ab dem Jahr 1945 – und beleuchten Herausforderungen und Kämpfe von Migrant*innen, sowie ihre unwiderrufliche Prägung der deutschen Gesellschaft.

Deutschland und seine Einwanderungsgeschichte

Schon immer haben Ein- und Auswanderungsbewegungen die Gesellschaft im heutigen Deutschland verändert. Ende des 19. Jahrhundert sind viele Menschen aus Deutschland aufgrund von Verfolgung und Armut ausgewandert. Auch Einwanderung spielt eine große Rolle: Im 20. Jahrhundert zählte Deutschland – nach den USA – zu den führenden Einwanderungsländern weltweit. Die Gründe waren vielfältig: Die Menschen kamen als Arbeitsmigrant*innen, Geflüchtete, Vertriebene oder als „deutsche Aussiedler*innen“: Ihre Ausgangslagen unterschieden sich – doch gemeinsam ist ihnen, dass sie mit der Hoffnung auf ein besseres Leben kamen und um ihren Platz kämpfen mussten. Migration ist ein unwiderruflicher Teil deutscher Geschichte. Dieser Zeitstrahl soll diese Geschichte sichtbar machen und ihre Vielfältigkeit ins Bewusstsein rufen.

Ziel des Beitrags

Wir nutzen in diesem Beitrag Begrifflichkeiten, die in der Debatte sehr geläufig sind, aber nicht immer Selbstbezeichnungen sind. Inhaltlich möchte der Zeitstrahl überblicksartig folgende Fragen in den Fokus stellen: 

1. Wodurch zeichnet sich die Einwanderungsphase aus? 

2. Was waren Herausforderungen und Kämpfe der eingewanderten Gruppen? 

Die unten aufgelisteten Quellen können zur weiteren Recherche genutzt werden.

Quellen und weiterführende Informationen

Migration, Rassismus und Widerstand – eine verflochtene Geschichte

Historisches Gemälde des Kaisers.
Nicht nur die Geschichte der Einwanderung reicht weit zurück, sondern auch die Geschichte des Rassismus in Deutschland. Bis heute gilt Deutschland als „Einwanderungsland wider Willen“ – erst Anfang der 2000er wurde der Status offiziell anerkannt. Woran liegt das? Viele moderne Staaten definieren Zugehörigkeit über Nationalität. Mit der Geburt des deutschen Nationalstaats im Kaiserreich 1871 entstand eine starke Tradition, diese nationale Zugehörigkeit völkisch zu verstehen: Nur wer „deutsches Blut“ hat, gehört dazu. Dieser völkische Nationalismus zeigt sich im Kolonialrassismus des Kaiserreichs, wurde im Nationalsozialismus zur Staatsdoktrin und prägte auch die Gesellschaften in der Bundesrepublik und der DDR weiterhin.

Die Volksgemeinschaft als eine Wurzel von Rassismus

Schon im Kaiserreich ab 1871 wurden „Ausländer“ systematisch gegenüber „Deutschen“ abgewertet. Es wurde unterschieden, welche Einwanderungsgruppen als „nützlich“ galten – eine Einteilung, die heute genauso relevant bleibt. Antisemitismus, Antiz*ganismus und andere Unterdrückungsformen sind ebenfalls Teil dieser Geschichte.

Diese Idee der „Volksgemeinschaft“ überdauerte verschiedene politische Systeme – vom Kaiserreich über die Weimarer Republik und den Nationalsozialismus bis in die Nachkriegszeit. 1945 wird in Deutschland gern als „Stunde Null“ begriffen – ein radikaler Neuanfang, bei dem vermeintlich mit den Ideen und Politiken des Nationalsozialismus komplett gebrochen wird. Doch die politische Grundlage für Rassismus und Ausbeutung bleibt.

Die Geschichte migrantischen Widerstands

Tanzende Menschen in einer schwarz-weiß Fotografie.
Gleichzeitig ist die Geschichte der Migration auch eine Geschichte des Widerstands. Schon immer haben sich Migrant*innen eigensinnig beheimatetet und ihre Ankunftsorte gestaltet und verändert. Wer als Deutsch gilt, wird immer wieder neu definiert und herausgefordert. Die Geschichte zeigt, Deutschland ist und bleibt eine Migrationsgesellschaft – eine Gesellschaft der Vielen.

Zeitstrahl:Geschichte der Einwanderung nach 1945

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Quellen und weiterführende Hinweise

Nutzen und Teilen

Beitrag von Lina Urbat und Alina Kopp. Online Redaktion von Alina Kopp.

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Demosprüche von migrationspolitischen Demos.

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Inhaltsformat: Spiele und ÜbungenLesezeit: 10

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Bild von Demonstrantinnen, die Fahnen schwingen.

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