Nur mit politischer Bildung wird der Aufbau und die Weiterentwicklung einer Linken möglich, die Zukunft erzählen und machen kann. Ein paar Tipps und Hintergründe für alle, die politische Bildung planen.
„Niemand ist zu klein, um einen Unterschied zu machen“, sagte die Klima-Aktivistin Greta Thunberg – und genau in diesem Sinne will linke politische Bildung dazu ermutigen, sich selbst und die Verhältnisse (selbst-)kritisch zu hinterfragen und, wo nötig, auch zu verändern. Politische Bildung ist ein gutes Mittel sowohl gegen einfache Antworten, Vorurteile und Ressentiments als auch gegen Ohnmacht und Resignation.
Linke politische Bildung wird oft mit Begriffen wie emanzipatorisch, kritisch oder transformativ gelabelt. Praktisch bedeutet das, gemeinsam handeln zu wollen, Partei zu ergreifen für ausgegrenzte gesellschaftliche Perspektiven und Bildung auf progressive Veränderungen hin zu einer Gesellschaft der Freien und Gleichen auszurichten. Der Kern einer linken politischen Bildung ist demnach die Verknüpfung des Handelns im Hier und Jetzt bei gleichzeitigem Gestalten von Zukunft – immer im Wechselspiel von „besser werden und anders sein“.
Dies ist ein hoher Anspruch und es verlangt der konkreten Praxis einiges ab, sowohl was die Auswahl der Themen des Lernens angeht als auch der Art und Weise, wie gelernt wird. Mit diesen Fragen beschäftigen sich Pädagog*innen und politische Aktivist*innen seit vielen Jahrzehnten. Beispielhaft stehen hierfür Autor*innen wie Paulo Freire, Klaus Holzkamp, Oskar Negt, Maria do Mar Castro Varela oder Frigga Haug.
Um gute Bildung machen zu können, ist es wichtig, sich bewusst zu machen, dass es sehr unterschiedliche Motive gibt zu lernen:
Viele bleiben stark geprägt von Erfahrungen aus Schule und Universität. Vor der konkreten Gestaltung der Bildungsveranstaltung sollte – möglichst im Dialog mit denjenigen, die ich erreichen will – nach eben diesen Motiven gefragt werden. Damit können Erwartungen, Befürchtungen und damit verbundene Verhaltensweisen mitgeplant werden, dass es für die Teilnehmenden eine positive Lernerfahrung wird.
Sie lernen etwas, indem sie bereits vorhandene Sichtweisen mit den neuen Wissensangeboten abgleichen. Sie prüfen jeweils, ob das neu Dargebotene passender für die Bewältigung der Herausforderungen ist, wegen denen sie als Person an der Veranstaltung teilnehmen, oder eben auch nicht. Das bedeutet: Der Akt des Lernens muss durch die Teilnehmenden selbst erfolgen. Deshalb sollte Lernen so gestaltet sein, dass die Prüfung, Aneignung und Integration neuen Wissens bestmöglich unterstützt wird. Vorstellen kann man sich diesen Prozess als Lernzyklus.
Text von Silke Veth. Online Redaktion von Alina Kopp.Dieser Beitrag wird unter den Bedingungen der Creative Commons Lizenz CC veröffentlicht. Etwaige Quellen der Bilder müssen genannt werden, falls diese auch hier im Beitrag genannt werden.Teile, nutze oder adaptiere diesen Beitrag für deine Bildungsarbeit. Vergiss nicht, es weiter unter den gleichen Bedingungen zu veröffentlichen und dabei LINX und die Autor*innen zu erwähnen.
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