Von Demonstrationen über Protestcamps, Schulstreik, Kriegsdienstverweigerung bis hin zur Desertation: Dieser Beitrag bietet einen Überblick über alte und neue Aktionsformen, mit denen sich Menschen Militarisierung, Aufrüstung und Krieg widersetzen.
Sowohl in der Geschichte als auch in der Gegenwart gibt es viele Beispiele von Bewegungen und Aktionen, die – mal mehr, mal weniger erfolgreich – Widerstand gegen Krieg, Militarismus und Aufrüstung geleistet und für eine friedliche Gesellschaft gekämpft haben. Dabei stehen immer wieder ähnliche Fragen im Raum: Kritisiert man lediglich Krieg und Aufrüstung oder ganz grundsätzlich eine Gesellschaft, die Krieg als Mittel der Konfliktlösung denkbar macht? Wie und mit welchen Mitteln leistet man Widerstand? Und wie kann eine Gesellschaft aussehen, in der ein nachhaltiger Frieden möglich wäre?
Zur Diskussion dieser Fragen finden sich in Antikriegsbewegungen der Geschichte und Gegenwart immer wieder die Begriffe Pazifismus und Antimilitarismus. Beide Begriffe sind zwar eng miteinander verbunden, bezeichnen aber nicht dasselbe. Man kann sie als Oberbegriffe verstehen, die weitere Ausprägungen und Strömungen unter sich vereinen.
Da Militarisierung die gesamte Gesellschaft umfasst, gibt es zahlreiche Möglichkeiten, sich am Arbeitsplatz, in der Schule oder in der Nachbarschaft für eine friedliche Gesellschaft einzusetzen. Im Folgenden finden sich sowohl historische als auch aktuelle Beispiele für Widerstand gegen Krieg.
Protestcamps in der antimilitaristischen Friedensbewegung haben eine lange Tradition. Sie zielen darauf ab, durch langanhaltende, physische Präsenz und gewaltfreien Protest auf gesellschaftliche Missstände aufmerksam zu machen und politische Forderungen zu erreichen.
Unter Streik wird eine kollektive Arbeitsniederlegung von (lohn)-abhängigen Arbeiter*innen zur Durchsetzung ihrer Forderungen bezeichnet. Der erste dokumentierte Streik fand bereits 1159 v. Chr. im alten Ägypten statt, als Handwerker nicht für ihre Arbeit entlohnt wurden, diese kollektiv niederlegten und anschließend einen Tempel besetzten. Während der industriellen Revolution im 19. Jahrhundert setze sich der Streik als wirksames Mittel im Arbeitskampf durch. Auch in der antimilitaristischen Bewegung gibt es zahlreiche historische und aktuelle Beispiele für bedeutende Streiks.
Die zahlreichen Aktionsformen zeigen, dass es möglich ist, sich auf vielfältige Weise gegen Krieg und Aufrüstung einzusetzen. Viele der Aktionsformen haben eine lange Geschichte aufzuweisen und wurden von verschiedenen Generationen angewendet und weiterentwickelt. Da Krieg und Militarisierung eine Gesellschaft als Ganze erfasst, gibt es zunehmend Ansatzpunkte, Widerstand gegen diese Entwicklung zu leisten.
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