Millionen Kinder und Jugendliche sind weltweit auf der Flucht – oft allein, ohne Schutz, ohne Perspektive. An den EU-Außengrenzen werden ihre Rechte systematisch verletzt. In diesem Beitrag blicken wir genauer hin – und lassen persönliche Geschichten und Stimmen von den Grenzen zu Wort kommen, die deutlich machen, wie die Realität junger Schutzsuchender aussieht.
Laut des UNHCR Global Trend Reports (externer Link, öffnet neues Fenster) waren 2024 weltweit mehr als 123 Millionen Menschen gezwungenermaßen vertrieben (englisch: forced displacement). Etwa 40 Prozent von ihnen, insgesamt 49 Millionen, sind Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Da Kinder und Jugendlichen nur ein Drittel der gesamten Weltbevölkerung ausmachen, sind sie unter Schutzsuchenden überrepräsentiert. 2,3 Millionen Kinder wurden zwischen 2018 und 2024 auf der Flucht geboren.
Weitere Informationen im FAQ Flucht.
Kinder und Jugendliche sind besonders verletzlich und gefährdet, da sie auf der Flucht vielen Gefahren und traumatisierenden Situationen ausgesetzt sind. Viele von ihnen sind unbegleitet, also ohne volljährige Begleitperson, unterwegs. Andere reisen mit ihren Familien oder mit Bekannten. Obwohl die EU-Mitgliedstaaten sich mit der UN-Kinderrechtskonvention dem Schutz aller Kinder verpflichtet haben, laufen an den EU-Außengrenzen, z.B. in Bosnien und Herzegowina und Serbien, die besonderen Rechte von Minderjährigen ins Leere.
Inwiefern werden die Rechte von Kindern und Jugendlichen auf der Flucht verletzt?Kinder und Jugendliche sind durch das EU-Grenzregime körperlicher, psychischer, sozialer und bürokratischer Gewalt ausgesetzt. Sie erfahren Missbrauch und Gewaltanwendungen durch Grenzbeamte, leben prekär in Lagern oder improvisierten Unterkünfte, haben oftmals keinen Zugang zu Bildung oder adäquater Ernährung, sie sind von ihren Familien getrennt oder haben keine Begleitung.
Was sind für Folgen für Kinder und Jugendliche? Gerade für junge Menschen ist es schwer, mit traumatisierenden Erlebnissen umzugehen. Sie neigen dazu, sich für Dinge verantwortlich zu fühlen, die sie nicht beeinflussen können und entwickeln Schuldgefühle. Angstzustände, Depressionen, Schlafstörungen sowie jahrelange psychosomatische Leiden sind die Folgen und können die Entwicklung eines Kindes nachhaltig beeinträchtigen. Auch die Ungewissheit um die eigene Zukunft macht den jungen Schutzsuchenden zu schaffen.
Dieses Video ist Teil der Ausstellung „Voices from the border“ von borderline-europe (externer Link, öffnet neues Fenster). Die Ausstellung ist eine Sammlung von 15 kurzen Porträts von Menschen, die an den Außengrenzen Europas festgehalten werden, und von Bewohnern dieser Grenzregionen.
Beitrag von Lina Urbat und Alina Kopp. Online Redaktion von Alina Kopp.
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