Wohnungsnot prägt längst den Alltag vieler Menschen. Vergesellschaftung bietet eine konkrete Antwort. In diesem Beitrag zeigen wir, wie Vergesellschaftung funktionieren kann, warum sie heute nötiger ist denn je – und wie wir mit „Deutsche Wohnen & Co enteignen“ das Grundgesetz nutzen können, um den Konzernen die Macht zu nehmen.
Vergesellschaftung, oft auch Sozialisierung (externer Link, öffnet neues Fenster) genannt, ist der Prozess, bei dem eine private Industrie oder Eigentum in öffentliche Hand überführt wird. Das passiert entweder durch Verstaatlichung oder Verwaltung durch staatliche Stellen, Genossenschaften (externer Link, öffnet neues Fenster) oder andere demokratische Strukturen. Ziel ist, die Industrie oder das Eigentum im Interesse der Gesellschaft anstatt zum Profit einzelner Konzerne zu betreiben. Da viele lebensnotwendige Bereiche wie Wohnen und Nahrung großteils in privater Hand liegen, steht Gewinninteresse über den Bedürfnissen der Mehrheit. Trotz ausreichender Ressourcen führt das zu Wohnungsnot und Knappheit. Die konkrete Ausgestaltung der Vergesellschaftung variiert je nach Land und Kontext, ihnen gemeinsam ist jedoch die Übertragung der Kontrolle über gesellschaftlich relevantes, privates Eigentum in gesellschaftliche Hand.
Vergesellschaftung ist mehr als Enteignung (externer Link, öffnet neues Fenster).Aus der Berliner Kampagne entstand ein konkretes Verständnis von Vergesellschaftung: Private Konzerne mit mehr als 3000 Wohnungen müssen diese abgeben – ob sie wollen oder nicht.Die drei Kernelemente einer demokratischen Vergesellschaftung sind →
Vergesellschaftung ist zurück in der politischen Debatte. Über den Wohnungssektor hinaus arbeiten Initiativen an einer gemeinwirtschaftlichen Organisation weiterer Bereiche. Klimaaktivist*innen von RWE & Co. Enteignen entwerfen eine Vision für einen vergesellschafteten Energiesektor, während Kolleg*innen aus der Krankenhausbewegung für die De-Privatisierung des Gesundheitswesens kämpfen. Eine überregionale Bewegung entsteht – mit der demokratischen Vergesellschaftung als strategischem Fokus. Auch Deutsche Wohnen & Co. enteignen bleibt aktiv: Nach dem klaren Ja im Volksentscheid 2021 und dem Ausbleiben politischer Schritte erarbeiten die Aktivist*innen nun selbst ein Vergesellschaftungsgesetz, das in einem bindenden Volksentscheid erneut zur Abstimmung stehen soll.
In diesem Video ist kurz erklärt, wem Immobilien in Berlin eigentlich gehören. Es wird mit dem Mythos des netten kleinen Privatvermieters als Hauptakteur auf dem Immobilienmarkt genauso aufgeräumt wie mit dem Mythos des Wohneigentums als universelle, soziale Absicherung.
Ein Beitrag von Justus Henze, Online Redaktion von Fabian Riess. Dieser Beitrag wird unter den Bedingungen der Creative Commons Lizenz CC BY-NC-SA 4.0 veröffentlicht. Teile, nutze oder adaptiere diesen Beitrag für deine Bildungsarbeit. Vergiss nicht es weiter unter den gleichen Bedingungen zu veröffentlichen und dabei LINX und die Autor*innen zu erwähnen.
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